Tabletop mit Wasserpflanzen
Echinodorus Hybride
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Echinodorus uruguayensis
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Die Betreuung der Website www.echinodoren.de habe ich seit geraumer Zeit eingestellt. Wenn Sie dennoch dringende Fragen zum Thema  Echinodoren bzw. Aquarienpflanzen haben, können Sie sich über das Kontaktformular gerne an mich wenden.

Tabletop mit Wasserpflanzen

Üblicherweise werden bei der Tabletop-Fotografie Miniatur-szenen dargestellt, die auf einem Tisch im „Atelier“ aufgebaut werden. Gegenstände wie Spielzeugautos, Puppen, Obst, Blumen und vieles andere werden in einer künstlich gestalteten Umgebung fotografiert, die oft stark von der Wirklichkeit abweicht. Doch es gibt auch Anwendungen in der Naturfotografie. Als Biologe und Naturfotograf beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit Sumpf- und Wasserpflanzen. Die Gattung Echinodorus, deren Arten ausschließlich in Amerika beheimatet sind, ist dabei für mich von besonderem Interesse. Nun wären Sumpfpflanzen aus dem Amazonasgebiet in hiesigen Gefilden wenig bekannt, wenn nicht eine weitere wichtige Eigenschaft der Pflanzen die Aufmerksamkeit auf diese anpassungsfähige Pflanzengattung lenken würde.

Fotoaquarium

Hierzulande sind Echinodoren bzw. Schwertpflanzen, wie diese krautigen, grünen Gewächse im deutschen Sprachgebrauch genannt werden, als Aquarienpflanzen zur Begrünung der heimischen Unterwasserlandschaft weit verbreitet.

Metamorphose unter Wasser

Nicht viel anders als Rosen, Tulpen oder Orchideen erleben Zuchtformen, die durch Kreuzungen verschiedener Arten oder Sorten untereinander entstanden sind, derzeit einen regelrechten Boom. Doch im Gegensatz zu den klassischen Kulturpflanzen entwickeln diese Zuchtformen ihre Farben und Blattmuster erst unter Wasser. Emers, d.h. außerhalb des Wassers sind die meist löffelförmigen, uni grünen Blattspreiten eher unauffällig und allenfalls bei der Größe gibt es Unterschiede. Diesem Umstand Rechnung tragend muss man etwas Aufwand betreiben, will man die Schönheit dieser amphibisch wachsenden Pflanzen fotografisch festhalten.

Beleuchtungskästen

Bau einer Unterwasserbühne

Jeder, der schon einmal versucht hat, Details in einem Süß- oder Seewasseraquarium zu fotografieren, weiß, wie schwierig es ist überhaupt etwas „Brauchbares“ zustande zu bringen. Obwohl Pflanzen – im Gegensatz zu Fischen – bei der Aufnahme wenigstens still halten, sind zu wenig Licht, falsche Ausleuchtung oder auch Licht mit falscher Spektralzusammensetzung meist die Ursache der schlechten Ergebnisse. Aufnahmen mit direktem Blitzlicht kommen wegen der Reflexionen an den Glaswänden für den anspruchsvollen Fotografen erst gar nicht in Frage. Ein Ausweg aus diesem Dilemma bietet die Konstruktion einer speziellen „Unterwasserbühne“, deren Bau und Funktionsweise ich Ihnen im Folgenden skizzieren möchte. Zunächst musste ein geeigneter Unterwasserbehälter gefunden werden. Zu diesem Zwecke gab ich bei einem Glaser ein Glasbecken mit den Maßen 50x40x30 cm (HxBxT) in Auftrag. Statt der üblichen schwarzen Silikonverklebung wählte ich „naturbelassenes“ Silikon und auch bei der Wahl der Glassorte durfte nur ungefärbtes Weissglas Verwendung finden. Was die Ausleuchtung des Beckens betraf, musste ich wegen der speziellen Maße und der besonderen Wünsche, die ich hatte, selbst tätig werden. Die zum Bau nötigen Teile  (Leuchtmittel, Vorschaltgeräte, Stromkabel, zugeschnittene Holzteile, Alufolie, etwas Holzleim und schwarze Farbe) konnte ich in einem Baumarkt günstig erwerben. Mit diesen Utensilien ausgestattet war es nicht schwierig auch ohne größere handwerkliche Fähigkeiten daraus die benötigten Leuchtkästen zu bauen. Um eine besonders gleichmäßige Beleuchtung in meinem Glasbehälter zu erhalten, kamen flächenfüllende Kaltlichtleuchten mit Tageslichtspektrum zum Einsatz. Eine zweite, von der Größe und Leistung etwas kleinere Einheit konstruierte ich, um den Abschattungen der teilweise großen Blätter meiner Pflanzen im unteren Teil des Glasbeckens entgegenwirken zu können.

Untergestell mit Diffusorplatte

Auf die Beleuchtung kommt es an

Parallel zu oben genannten Tätigkeiten hatte ich mir natürlich Gedanken gemacht, wie die Beleuchtungs-einheiten zum Einsatz kommen sollten. Während die obere Einheit wie bei Aquarien üblich einfach auf den oberen Glasrand aufgelegt werden konnte, musste ich zur Ausleuchtung der Pflanzen von unten (quasi durch den Glasboden) etwas mehr Aufwand betreiben. Ich entschloss mich, den Glasboden samt obiger Beleuchtungseinheit auf einen soliden Unterbau aus 4-kant Stahl unterzubringen und als Auflagefläche für das Becken eine Milchglasscheibe als Diffusor zu verwenden. Da ich selbst keine Werkstatt habe, ließ ich mir diese Konstruktion von einer Blechnerei bauen. Nun, da ich den ganzen Aufwand betrieb, um Sortenzüchtungen von Sumpfpflanzen im Detail und in einer möglichst naturnahen Umgebung zu fotografieren, fehlte nun noch ein geeigneter Hintergrund. Ein uni farbenes Tonpapier oder ein Farbfoto kamen für meine Ansprüche nicht in Frage. Nach einigen Recherchen im Internet stieß ich schließlich auf die Firma back-to-nature, die sich auf die Herstellung von 3D-Rückwänden zur Simulation von Unterwasserlandschaften für geräumige Schauaquarien spezialisiert hatte. Nach kurzen Verhandlungen und Erläuterungen meines Vorhabens erhielt ich dankenswerterweise einen passenden Zuschnitt. Alles beisammen konnte ich nun beginnen, Sorten-züchtungen unter Wasser bei bester Ausleuchtung zu fotografieren. An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das Wasser einige Stunden vor Beginn der eigentlichen Fotosession in das Glasbecken gefüllt werden sollte. So hat die im Wasser gelöste überschüssige Luft genügend Zeit zu entweichen. Luftblasen, die sich während dieser Zeit auf der Innenseite des Behälters absetzen, können mittels eines magnetischen Scheibenreinigers unmittelbar vor dem Einbringen der Pflanzen entfernt werden.

Tipps und Tricks

In meinem Fall wurden die Pflanzen jeweils Wochen zuvor in einer eigens für diesen Zweck entwickelten Topfkultur in Zuchtbecken herangezogen. Die hier gezeigten Fotos wurden mit einer Nikon Coolpix 990 unter Verwendung eines Stativs mit Kugelkopf und Einstellschlitten der Firma Novoflex erstellt. Mit Hilfe der Makroeinstellung konnten zahlreiche Details von Pflanzen bis zu einem Abstand von wenigen Zentimetern problemlos fotografiert werden. Um Lichtreflexe auf den Glasscheiben zu vermeiden, wurde die Fotobühne in einem völlig abgedunkelten Raum aufgebaut und alle reflektierenden Teile in der Umgebung, bspw. Stativbeine, mit schwarzen Tüchern verhängt. Sicherlich ist diese spezielle Form der Tabletop-Fotografie nicht nur auf Wasserpflanzen beschränkt. Welche Geheimnisse Sie bei weiteren Themen ergründen wollen, bleibt einzig und alleine Ihrer Fantasie überlassen.

Publikation:

Ise, W. (2006) Tabletop mit Wasserpflanzen. NaturFoto, 37 (6): 68-70