Schärfe und Unschärfe
Phalaeopsis Hybride
ISE4770_phalaeopsis_hybride
Wilsonara Hybride
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ISE4849_orchideen_hybride
Cypripedium Hybride
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Brassocattleya Hybride
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Brassocattleya Hybride
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Schärfe und Unschärfe

Unschärfe ist ein hervorragendes Mittel dem Betrachter eines Fotos zu vermitteln, welche Teile im Bild dem Fotografen wichtig erscheinen. Es sind die alltäglichen  Sehgewohnheiten in unserer Umwelt, die darüber entscheiden, ob etwas wichtig ist oder nicht. Ob wir etwas scharf oder „richtig“ erkennen, ist im Verkehr bspw. von lebenswichtiger Bedeutung. Doch Schärfe alleine ist noch nicht das Maß aller Dinge.

Auffallen um jeden Preis

Um Aufmerksamkeit zu erregen kommt in der Fotografie, wie auch in der Werbung,  noch die Farbe mit ins Spiel. Je knalliger, desto besser, frei nach dem Motto: Auffallen um jeden Preis. Und auch monochrome oder schwarz-weiße Fotos fallen durch ihre Unnatürlichkeit auf. Doch wer glaubt, nun sei das Ende der Fahnenstange bereits erreicht, irrt. In einer Welt voller Farben passt sich das Gehirn den Sehgewohnheiten entsprechend an. Wer zum hundertsten Mal die gelbe Blüte mit den grünen Blättern gesehen hat, nimmt dieses „Bild“ meist gar nicht mehr wahr. Unser Gehirn würde in der Flut schier endloser Bilder verrückt, würde es nicht die überflüssigen Bildinformationen einfach ausblenden. Erst Fotos, die „anders“ aussehen als erwartet, werden wieder deutlich wahrgenommen und erzeugen die erhoffte Beachtung.

Akzente setzten durch Unschärfe

Diesen Eigentümlichkeiten unseres Gehirns kann sich der Fotograf zunutze machen um seine Fotos zu gestalten. Nehmen wir einmal an, in einem Garten oder Gewächshaus wachsen Blumen und Schmetterlinge flattern von einer Blüte zur anderen. Um diese Umwelt wahrzunehmen, müssen wir den Blick hin und her wandern lassen und unsere Augen auf bestimmte Dinge fokussieren. Indem wir winzige Details erschließen, blenden wir das übrige Blickfeld aus. In der Fotografie stellt sich diese Sachverhalt ganz anders dar. Ist die Blende nur klein genug eingestellt (großer Blendenwert), erscheinen sämtliche Gegenstände scharf.  Erst durch Vergrößerung der Blendenöffnung und Reduzierung der Belichtungszeit ist es möglich, den Schärfebereich einzuschränken und somit den Betrachter auf diejenige Stelle im Bild hinzuführen, auf die es ankommt. Anders herum formuliert wird die Schärfentiefe umso größer, je größer die Distanz zum scharf eingestellten Motiv ist, je mehr die Blende geschlossen ist und je kleiner die Brennweite des Objektivs ist. Zwischen Brennweite und Distanz besteht ebenfalls eine Verbindung, es ergibt sich daraus die Größe der Motivabbildung auf dem Film oder dem Chip, der so genannte Abbildungsmaßstab. Die Schärfentiefe ist also vom Abbildungsmaßstab und der Blende abhängig. Mit zunehmendem Abbildungsmaßstab und größer werdender Blendenöffnung wird die Schärfentiefe kleiner, der scharf abgebildete Bildanteil wird also geringer.

Und es gibt noch eine Einflussgröße, das Film- bzw. Bildsensorformat. Unterschiedliche Formate ergeben bei gleichem Bildwinkel und gleicher Blende unterschiedliche Schärfentiefen. Bei vielen digitalen Konsumerkameras ist der Bildsensor derart klein, dass die meisten Aufnahmen vom Vorder- bis Hintergrund durchgehend scharf ausfallen – ein Spiel mit Unschärfen ist hier nur eingeschränkt möglich. Doch nach so viel Theorie zurück zu den Blüten.

Von Zuchtformen und Mykorrhiza-Pilzen

Orchideen faszinieren und beschäftigen die Menschen seit alters her. Ursprünglich als Heilmittel und Aphrodisiakum verwendet, sind heute viele seltene Arten und Zuchtformen (Hybride) die Lieblinge vieler Hobbybotaniker. Den Namen haben die Orchideen vom griech. ὄρχις „Hoden“. Eine in hiesigen Gefilden verbreitete Gattung, die Knabenkräuter, besitzen Wurzelzwiebeln, die entfernt männlichen Hoden ähneln. Nach den Korbblütlern stellen die Orchideen die zweitgrößte Familie unter den bedecktsamigen Blüten-pflanzen dar. Die meisten Orchideen leben als Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) in den Tropen. Je nach Auffassung unterscheidet man weltweit ca. 30.000 Arten. Trotz ihrer großen Vielfalt werden nur wenige Orchideenarten als kultivierte Nutzpflanze verwendet. Besonders bekannt ist die Gewürzvanille (Vanilla planifolia), die zur Gewinnung des beliebten Aromas in großen Mengen produziert wird. Die winzigen Samen vieler Orchideen besitzen nur wenige Vorratstoffe, dass diese zur Keimung meist auf die Infektion und Ernährung durch einen Pilz angewiesen sind. Diese eigentümliche Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen erschließt den Orchideen sehr nährstoffarme Lebensräume. Einige Orchideen bleiben ihr Leben lang auf diese besondere Form von Parasitismus angewiesen. Aus diesen Gründen gestaltet sich die Züchtung oft schwer.

Publikation:

Ise, W. (2006) Orchideen – Blütenfotografie in der Praxis. DigitalPHOTO (9); 70-72


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