Cactus garden
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Cactus garden

Wohl keine Kategorie der Naturfotografie kann sich einer so großen Motivvielfalt erfreuen, wie die der Makrofotografie. Die Welt des Mikrokosmos ist schier unerschöpflich:  Kakteen, Pilze, Moose, Blüten, Insekten, Spinnen, Schnecken, Amphibien und vieles mehr sind eine reichhaltige Quelle für immer neue Bildideen. Sind Kakteen in diesem Zusammenhang etwas Besonderes? Mit Nichten. Doch wie jedes der oben genannten Beispiele, gibt es bei der Aufnahme von Kakteen einige Besonder-heiten zu beachten, die die Fotografie der stachligen Gesellschaft deutlich vereinfacht.

Sukkulenten und Kakteen – kleiner Ausflug in die Botanik

Die Bezeichnung Sukkulenten ist abgeleitet von dem lateinischem Wort succus (=Saft) und stellt einen Sammelbegriff für mehr als 10.000 verschiedenen Pflanzenarten dar. Je nach dem Pflanzenorgan, das zur Wasserspeicherung umgebildet ist, unterscheidet man zwischen Blatt-, Stamm- und Wurzelsukkulenten, wobei alle Kombinationen möglich sind. Obwohl Kakteen (Familie Cactaceae) nur einen sehr kleinen Teil aller existierenden Sukkulenten ausmachen, sind diese hierzulande die bekanntesten Vertreter der sukkulenten Pflanzen. Im Sprachgebrauch wird deshalb zwischen Kakteen und „anderen“ Sukkulenten unterschieden. Das natürliche Vorkommen der Kakteen ist auf den amerikanischen Kontinent beschränkt. Dort erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet vom südlichen Kanada bis nach Patagonien in Argentinien und Chile. Die größte Dichte an Kakteenvorkommen findet man in den Gebieten um den nördlichen (Mexiko) und südlichen Wendekreis (Argentinien/Bolivien). Kakteenvorkommen außerhalb Amerikas, wie sie etwa vom Mittelmeerraum bekannt sind, gehen auf eine Verbreitung durch den Menschen (selten durch Zugvögel) zurück. Weitere Infos über Kakteen erhalten Sie bei der Deutschen Kakteengesellschaft e.V.

Was versteht man unter Makro- und Mikro- fotografie?

Obwohl der Begriff Makrofotografie sehr geläufig ist, bin ich erstaunt, dass es offensichtlich keine präzise Beschreibung für ihn gibt. Eine weit verbreitete, aber eher vage Definition lautet: Makrofotografie ist, wenn Motive auf einem Sensor/Film größer abgebildet werden, als es mit einem Standardobjektiv einer Spiegelreflexkamera 24×36 ohne Hilfsmittel möglich ist. Von einer Nahaufnahme spricht man, wenn der Abbildungsmaßstab zwischen 1:10 (Verkleinerung) und 10:1 (Vergrößerung) liegt. Entspricht die Abbildung auf dem Sensor oder Film genau der Größe des Motivs, entspricht dies dem Maßstab 1:1. Für noch stärkere Vergrößerungen benötigt man im Allgemeinen ein Mikroskop. Dieser Bereich wird dann als Mikrofotografie bezeichnet.

Besonderheiten im Kakteengarten

Eine Besonderheit im Umgang mit Kakteen ist kaum zu übersehen: Viele Pflanzen tragen zum Schutz vor Fressfeinden Dornen auf Ihrer Oberfläche. Kakteen gehören zu den wasserspeichernden Pflanzen, die gerade in der Trockenzeit für viele Tiere als Flüssigkeits- und Nahrungsquelle attraktiv sind. Die Dornen können klein oder groß, dick oder dünn, hell oder dunkel oder aber auch mit Wiederhaken versehen sein. Ein nicht gewollter Kontakt hinterlässt meist ein mehr oder weniger schmerzhaftes Andenken. So stellt sich beim Hantieren im Gewächshaus schnell der nötige Respekt ein.

Darüber hinaus sollte beim Fotografieren im Gewächshaus auch eine weitere Geißel nicht unerwähnt bleiben. An sonnigen Tagen wird es während der Mittagszeit dort (wie in der  Wüste) oft unerträglich heiß. 50 °C und mehr lassen sich nur schwer ertragen und ein regelmäßiger Schluck aus einer gut gefüllten Wasserflasche ist dann unumgänglich.

Makroobjektive und Trittbrettfahrer

Gleich zu Anfang möchte ich anmerken, dass nicht aus jedem Objektiv, auf dem „Makro“ steht, auch „Makro“ herauskommt.  Ein eindeutiges Kennzeichen für ein echtes Makroobjektiv ist eine Abbildungsleistung von 1:1. Diese, speziell für den Nahbereich gerechneten Objektive, zeichnen sich durch eine geringe Einstellentfernung bei hoher Abbildungsqualität aus. Makroobjektive sind so konstruiert, dass sie sich vor allem bei kurzer Objektentfernung sehr präzise von Hand fokussieren lassen.  Ein weiterer Unterschied zum Normalobjektiv ist die Blende. Diese lässt sich meist bis 36 und mehr schließen, während Blenden bei Normalobjektiven (nur) bis 22 arbeiten. Brennweiten um 60 mm sind verhältnismäßig günstig und konstruktionsbedingt relativ leicht. Einziger Nachteil ist der geringe Abstand zum Objekt. Hier kann es je nach Lichteinfall zu Abschattungen im Motiv kommen. Bei 100 mm Makroobjektiven ist im Vergleich zum 60 mm Objektiv die Wahrscheinlichkeit der  Abschattung durch Kamera & Objektiv auf Grund der größeren Objektentfernung deutlich geringer. Auch wird die Fluchtdistanz von bspw. Insekten nicht so schnell unterschritten. Nicht von Vorteil sind Gewicht und Größe und auch der Anschaffungspreis liegt höher. Wer sein fotografisches Augenmerk hauptsächlich auf Libellen, Schmetterlinge oder Frösche richten möchte, sollte gar zu einem 180 mm bis 200 mm Makro greifen, mit dem sich Fluchtdistanzen noch besser überbrücken lassen können. Außerdem heben sich bspw. vom Tau überzogene Spinnennetze oder Blumen bei diesen Brennweiten in optimaler Weise vom Hintergrund ab.

Entfesseltes Blitzlicht – auf die (Zusatz-) Beleuchtung kommt es an

Bei der Makrofotografie ist Licht oftmals Mangelware. So wundert es nicht,  dass  Internetforen und Printmedien dieses Thema zu Recht favorisieren. Von den vielen Dingen, die man an dieser Stelle diskutieren könnte, möchte ich hier nur einen Aspekt herausgreifen: das entfesselte Blitzlicht. Befestigt man die Blitzquelle nicht direkt an der Kamera, sondern losgelöst vom Aufnahmesystem, so lassen sich aufgrund der Vielzahl von Positionen und Lichtintensitäten nahezu beliebige Beleuchtungsvarianten erzeugen. Die Blitzsteuerung kann – bei besseren Systemen – dabei über ein Spiralkabel aber auch wireless über ein Steuersystem erfolgen. Unübersehbarer Vorteil bei dieser zusätzlich zum Umgebungslicht bewerkstelligten Beleuchtung ist die Kompensation von Abschattungen, die, wie bereits oben ausführlich erörtert, die Makrofotografie behindert.

Garant für scharfe Fotos – das Stativ

Das Stativ ist zweifelsohne das Maß aller Dinge, wenn es um den letzten Tick Schärfe geht, den man aus einer Aufnahme herauskitzeln will. Insbesondere bei der Makrofotografie, bei der wegen der kleinen Blende lange Verschlußzeiten dominieren, wirkt sich ein bewegungsloses Kamerasystem positiv auf die Schärfe aus.


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